Haltung

Gruppenkonstellationen

Aufgrund ihres ausgeprägten Sozialverhaltens sollten Degus immer mit mindestens einem Artgenossen zusammenleben. Eine wirkliche Gruppenstruktur lässt sich jedoch erst ab 3 – 4 Tieren erkennen. Im Gegensatz zu vielen Kleinnagern ist es bei Degus möglich, mehrere unkastrierte Männer zusammen in einer Gruppe zu halten.


Von einer gemischtgeschlechtlichen Haltung ist in jedem Fall abzuraten. Die einzige Ausnahme betrifft die Haltung eines (!) kastrierten Bocks mit einem oder mehreren Weibchen.

Beschäftigung

Degus beschäftigen sich untereinander. Sie freuen sich aber, wenn ihre Menschen ihnen immer neue Gegenstände zum Zerstören und Spielen anbieten. Dazu eignen sich leere Klopapier- oder Küchenrollen ebenso wie gekaufte Spielzeuge. Auch eine volle Rolle Klopapier wird von den Fellkugeln gern zum Nestbau auseinandergenommen. Deiner Fantasie sind in diesem Punkt kaum Grenzen gesetzt! Du solltest dich allerdings nach Möglichkeit auf Naturmaterialien beschränken. Denke daran: die Einrichtungsgegenstände dürfen nicht aus Plastik sein!

Auslauf

Degus sind sehr neugierige, bewegliche und flinke Tiere. Deshalb muss das Auslaufgelände bestmöglich abgesichert werden, um Verletzungen oder Todesfälle zu vermeiden. Folgende Gefahrenquellen müssen gut gesichert werden:

  • Stromkabel, Heizungsrohre, Zimmerpflanzen
  • Möbelstücke mit Spalten, Löchern oder Ritzen (ein Degu kann sich durch eine 2cm große Öffnung quetschen!)
  • Tische und Stühle: Schon bei Stürzen aus 20cm Höhe können Deguknochen brechen.

Am besten gewährst du Auslauf nur in einem abgesicherten Areal. Glatte und mindestens 100cm hohe Holzplatten haben sich als relativ ausbruchssicher bewährt.

Reinigung

Da Degus im Gegensatz zu anderen Kleinnagern kaum riechen, reicht es, monatlich eine Volletage zu reinigen. Dies bewahrt auch den Gruppengeruch, der für den Zusammenhalt der Tiere wichtig ist. Du kannst dabei dann die gesamte Einstreu reinigen oder dich nur auf die Pinkelecken beschränken, das ist abhängig davon, wie reinlich deine Tiere sind. Gegebenenfalls wählen deine Degus eine besonders bevorzugte Pinkelecke, die du dann wöchentlich säubern solltest. Es ist nicht notwendig, die gesamte Einstreu auszutauschen, wenn diese noch nicht verschmutzt ist. Das findest du im Lauf der Deguhaltung heraus.

Das Innere des Käfigs selber wischst du am besten mit einer Mischung aus warmem Wasser und einem Schuss Essig aus. Von handelsüblichen Desinfektionsmitteln oder chemischen Reinigungsmitteln halte bitte Abstand!

Pflege

Zu den regelmäßigen Aufgaben eines Deguhalters gehören:

  • Wasserwechsel:
    Den Tieren muss durchgehend eine Tränke oder ein Napf mit frischem Wasser zugänglich sein. Das Wasserbehältnis sollte regelmäßig gereinigt werden.
  • Gesundheitskontrolle:
    Degus verstecken Krankheitsanzeichen so lange, bis es ihnen sehr schlecht geht. Deshalb muss der Gesundheitszustand täglich geprüft und bei Krankheitsverdacht umgehend ein kleintiererfahrener Tierarzt aufgesucht werden.
  • Zugabe von Nage- und Nistmaterial:
    Pappe und Äste eignen sich hervorragend zum Nagen. Auch Papiertücher und Stroh sollten zum Nestbau durchgängig verfügbar sein.
  • Fütterung:
    Täglich erhalten die Tiere eine Futterration. Nähere Informationen dazu findest du hier im Ernährungsteil.
  • Einrichtungskontrolle:
    Die Einrichtung muss regelmäßig auf Nageschäden geprüft werden, um Unfälle zu vermeiden. Angenagte Etagenbeine oder Laufräder stellen eine Gefahr dar.
  • Gehegereinigung
    siehe oben
  • Sandbadreinigung:
    Der Badesand sollte bei Bedarf mit einem Küchensieb von Verunreinigungen befreit werden.



Hochnehmen

Zutrauliche Degus lassen sich im Idealfall mit beiden Händen von den Seiten aufschaufeln. Du solltest in deinem eigenen Interesse davon absehen, die Tiere durch den Käfig zu jagen und von oben zu greifen. Wenn ein Degu sich dabei erschrickt, kann er sehr schnell und äußerst schmerzhaft zubeißen. Bei scheuen Tieren hat sich deshalb der Röhrenexpress etabliert: Hierbei klettert der Degu in eine Röhre, bei welcher dann die Öffnungen mit der Hand zugehalten werden. Von der Anwendung des Nacken- und Schwanzgriffs ist dringend abzuraten! Bei falscher Anwendung ist der Nackengriff für den Degu sehr unangenehm und es können die Augen hervortreten. Beim Schwanzgriff wird die Schwanzhaut abreißen, was für den Degu Schmerzen bedeutet.