Mongolische Rennmäuse



HALTUNG

Gruppen

Grundsätzlich gilt: Die ideale Gruppengröße für Rennmäuse liegt bei zwei gleichgeschlechtlichen Tieren!

Warum zwei Tiere?
In einer Rennmausgruppe herrscht eine strikte Rangordnung. Je mehr Tiere zu einer Gruppe gehören, desto mehr Rangfolgemöglichkeiten gibt es. Die Wahrscheinlichkeit eines Streits steigt mit zunehmender Gruppengröße stark an. Kämpfe können mit schweren Bissverletzungen und dem Tod einer oder mehrerer Rennmäuse enden. Verwandtschaftliche Verhältnisse spielen für die Tiere keine Rolle.
Warum gleichgeschlechtlich?
Männchen und Weibchen beschäftigen sich nach der Geschlechtsreife gleich mit dem Erhalt der eigenen Art. Durch die kurze Tragezeit kann ein Weibchen theoretisch innerhalb eines Jahres etwa einhundert Rennmausbabys zur Welt bringen. Die weiblichen Jungtiere können wiederum vom Vater oder von den Brüdern gedeckt werden und ebenfalls Nachwuchs bekommen. So können innerhalb eines Jahres aus einem Pärchen mehrere hundert Rennmäuse werden. Natürlich könnte Nachwuchs durch eine Kastration des Männchens vermieden werden. Hier ist jedoch das Narkoserisiko enorm und oftmals werden kastrierte Tiere von Artgenossen (egal ob von Männchen oder Weibchen) nicht mehr akzeptiert. Deshalb macht eine Kastration keinen Sinn.
Warum kann ich meine Rennmaus nicht mit einer anderen Tierart halten?
Rennmäuse dürfen unter keinen Umständen mit anderen Tierarten im gleichen Gehege gehalten werden! Jede Tierart hat ein anderes Sozialverhalten und eine eigene Kommunikationsweise. Eine Verständigung mit artfremden Tieren ist nicht möglich. Außerdem versucht die Rennmaus sofort den „Feind“ aus ihrem Revier zu vertreiben.

Beschäftigung

Der ausgeprägte Nagetrieb der Rennmäuse macht es notwendig, dass Einrichtungsgegenstände regelmäßig auf Schäden geprüft und ausgetauscht werden. Dadurch erhält man als Halter die Möglichkeit, das Rennmausheim regelmäßig etwas umzugestalten. Selbst gebaute Einrichtung wird von den Tieren mindestens genauso gut angenommen wie gekaufte. Bei gekauften Gegenständen ist vor allem darauf zu achten, dass diese nicht geschraubt, genagelt oder geklammert wurden. Nagen die Tiere eine Weile daran, könnten Nägel, Schrauben oder Klammern zum Vorschein kommen und lebensgefährliche Verletzungen verursachen. Beschäftigungsmöglichkeiten lassen sich auch aus Alltagsgegenständen rasch selbst basteln. Aus Papprollen (z.B. von Klopapier oder Küchenrollen) lassen sich rasch verschiedene Spielzeuge bauen. Beispielsweise kann Futter mit Hilfe von Papiertüchern, Heu und Stroh gut in den Röhren versteckt werden. Mischt man mit ein wenig Mehl und ein paar Tropfen Wasser einen Mehlkleber an und bestreicht die Röhren damit, haftet Körnerfutter tadellos an der Röhren. Alles gut trocknen lassen und fertig ist die Knabberröhre. Ebenfalls lassen sich Leckereien leicht in einer noch vollen Klopapierrolle zwischen den einzelnen Papierschichten verstecken. So sind die Mäuse lange beschäftigt und haben gleichzeitig eine Papierquelle zum Nestausbau. Seien Sie kreativ, dann fallen Ihnen sicherlich noch weitere Bastelmöglichkeiten ein.

Auslauf

Manche Halter bieten ihren Tieren regelmäßig Auslauf an. Sofern das Gehege groß genug ist, ist dies aber kein Muss.

Viele Gruppen streiten sich nach der Gewährung von Auslauf oder der Ausflug in die unbekannte Umwelt erzeugt mehr Stress als Freude bei den Tieren. Deshalb sollte man immer erst abwägen, ob Auslauf nötig und sinnvoll ist oder ob dies den Tieren eher schadet.

Rennmäuse sind sehr neugierige, bewegliche und flinke Tiere. Deshalb muss das Auslaufgelände bestmöglich abgesichert werden, um Verletzungen oder Todesfälle zu vermeiden. Folgende Gefahrenquellen müssen gut gesichert werden:

Am besten gewähren Sie Auslauf nur in einem abgesicherten Areal. Glatte und mindestens 50cm hohe Holzplatten haben sich als relativ ausbruchssicher bewährt.

Reinigung

Im Gegensatz zu Farbmäusen oder Ratten ist der Eigengeruch von Rennmäusen sehr dezent und wird kaum wahrgenommen. Da die Tiere nicht viel pinkeln und auch der Kot sehr trocken ist, reicht eine Gehegereinigung alle 3-6 Monate aus. Lediglich der Badesand sollte täglich mit einem Küchensieb von Verunreinigungen befreit und etwa wöchentlich komplett ausgetauscht werden.

Da sich Rennmäuse vor allem anhand des Geruchs orientieren, darf nie die ganze Einstreu auf einmal ausgetauscht werden. Wird dies gemacht, kommt es früher oder später zu Streit in der Gruppe. Gehen Sie bei der Gehegereinigung wie folgt vor:





Pflege

Zu den regelmäßigen Aufgaben eines Rennmaushalters gehören:

Hochnehmen

Zutrauliche Tiere können mit der bloßen Hand hochgehoben werden. Sofern Sie die Hand im Gehege belassen und diese nur wenige Zentimeter über der Einstreu gehalten wird, kann man eine Rennmaus auf der flachen Hand sitzend hochheben. Da Rennmäuse aber sehr schreckhaft sind, kann das Tier jederzeit unerwartet von der Hand springen. Deshalb darf dies nur gemacht werden, wenn sich das Tier auch bei einem beherzten Sprung nicht verletzen kann. Sobald eine Rennmaus aus dem Gehege genommen werden soll, ist es besser, sie mit beiden Händen komplett zu umfassen, sodass sie nicht herunterfallen oder entwischen kann. Bei scheuen Tieren hat sich der „Tassenaufzug“ oder der „Röhrenexpress“ etabliert: Hierbei klettert die Rennmaus in eine Tasse oder Röhre, bei welcher dann die Öffnungen mit der Hand zugehalten werden. Von der Anwendung des Nacken- und Schwanzgriffs ist dringend abzuraten! Bei falscher Anwendung ist der Nackengriff für die Rennmaus sehr unangenehm und es können die Augen hervortreten. Beim Schwanzgriff kann der Schwanz leicht abreißen, was für die Maus Schmerzen und eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit bedeutet.

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