Farbmäuse



HALTUNG

Gruppen

Wilde Farbmäuse leben in großen Rudeln und in einem festen Familienverbund. Sie putzen sich gegenseitig, kuscheln sich zusammen ins Nest und erforschen ihre Umgebung gemeinsam. Eine einzelne Maus hat in freier Wildbahn kaum eine Chance alleine zu überleben. Dementsprechend unwohl fühlt sich eine Farbmaus auch in Einzelhaltung. Diese Haltungsform sollte von vornherein ausgeschlossen werden.

Entscheiden Sie sich von Anfang an auf jeden Fall für mindestens 4 Mäuse. Paarhaltung kann man bei diesen sozialen Tieren nicht als Gruppenhaltung bezeichnen. Außerdem steht man schnell vor dem Problem dass man bei Tod eines der Tiere sofort wieder für Gesellschaft sorgen muss, da Einzelmäuse unter der Isolation unglaublich leiden. Weibchen sind friedlicher und für Anfänger besser geeignet.
Optimal ist eine Gruppe von Weibchen mit einem Kastraten oder eine reine Weibchengruppe.
Von der Haltung unkastrierter Böckchengruppen raten wir dringend ab. Sie können zwar eine Weile harmonisch verlaufen, aber in den wenigsten Fällen bleibt der große Krach aus und es kommt zu mitunter tödlich endenden Kämpfen.

Auch die Haltung von Kastratengruppen ist für Anfänger nicht geeignet und sollte nur von erfahrenen Haltern, die das Verhalten der Tiere einschätzen können, praktiziert werden. Generell ist diese Art der Gruppenkonstellation sehr wider der Natur von Farbmäusen und sollte nicht angestrebt werden.
In großen Gruppen ist es auch möglich mehrere Kastraten gemeinsam mit Weibchen zu halten, allerdings sollte die Zahl der Weibchen großzügig überwiegen. Auch für die Haltung dieser Konstellation ist Erfahrung in der Farbmaushaltung erforderlich. Ausweichgehege um zur Not die Kastraten trennen zu können, sollten in ausreichender Anzahl vorhanden sein.

Beschäftigung

Laufräder: Handelsübliche Laufräder stellen eine Gefahrenquelle dar. In den Sprossen können sich die Tiere verfangen und die Gliedmaßen brechen, der Schwanz kann eingeklemmt und schlimmstenfalls gebrochen oder abgerissen werden. Beim Aussteigen können sie sich zwischen den Haltestreben einquetschen (Schereneffekt). Es kann in viele zu kleinen Gehegen zu einer Art Laufradsucht kommen, welche die Tiere an jeder vernünftigen Aktivität hindert (Stereotype). Es kommt durch die meist zu kleinen Laufräder zu einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule (vorne läuft die Maus hoch, hinten runter!), diese wird falsch abgenutzt, was den Tieren auf Dauer Schmerzen bereitet. Geeignete Laufräder haben eine geschlossene und eine offene Seite, die Lauffläche ist geschlossen (Jutebänder werden angenagt!), sie haben einen Mindestdurchmesser von 25 cm. Gut geeignet sind die Holzlaufräder, sowie die Wodent Wheels. Auch Laufteller sind geeignet. Sie werden auch von mehreren Mäusen gleichzeitig genutzt.

Laufkugeln, sogenannte Joggingbälle und offene Metalllaufräder sind laut "Tierärztlicher Vereinigung für den Tierschutz" tierwidrig. Die Tiere leiden massiv in Laufkugeln und werden dadurch krank. Deshalb sollten niemals Joggingbälle verwendet werden.

Auslauf

Farbmäuse fühlen sich außerhalb ihres gewohnten Reviers unwohl. Ein separierter Auslauf ist daher ungeeignet und stresst die Tiere mehr als dass er sie sinnvoll beschäftigt. Können die Mäuse die abgesicherte Auslauffläche allerdings selbständig von ihrem Gehege aus betreten und entscheiden ob sie diese nutzen, spricht nichts dagegen. Eine Rückkehr in das Gehege sollte hierbei immer möglich sein.

Reinigung

Eine Komplettreinigung des Geheges ist ein großer Eingriff in das Revier der Farbmäuse und stresst die kleinen Bewohner sehr. Bekannte Gerüche und Duftmarken werden entfernt. Außer in Fällen von Parasiten- oder Pilzbefall in denen eine Komplettreinigung unumgänglich ist, sollte davon Abstand genommen werden.

Säubern sie Kloecken in regelmäßigen Intervallen. Einmal im Monat sollte ein Teil des Einstreus ausgetauscht werden. Entnehmen sie das Streu aus einem Teil des Geheges. Verteilen sie das verbleibende Streu im ganzen Gehege und mischen Sie es mit frischem Einstreu. So bleibt der bekannte Gruppengeruch im Gehege erhalten.

Pflege

Neben der Beschäftigung mit den Tieren sollte sich jeder Halter seiner regelmäßigen Aufgaben bewusst sein:

Täglich müssen die Tiere gefüttert werden, frisches Wasser gereicht, der Gesundheitszustand überprüft und die Kloecken gereinigt werden.

Regelmäßig sollte neues Material zum Nagen und Nestbau bereit gestellt werden. Außerdem sollte die Einrichtung auf Nageschäden hin überprüft werden um Unfälle durch defekte Einrichtung zu vermeiden.

Hochnehmen

Einige Farbmäuse werden schnell zahm und kommen von selbst auf die Hand. Ist dies nicht der Fall umfassen sie die Maus von den Seiten mit beiden Händen. Greifen Sie sie niemals von oben. Dieser Raubtiergriff ängstigt das Tier sehr. Alternativ können Klopapierrollen oder Ähnliches zum Einfangen genutzt werden. Verschließen Sie die Öffnungen von beiden Seiten sobald die Maus hineingekrochen ist.

Da der Schwanz von Farbmäusen sehr empfindlich ist sollte sie dort nur in Notfällen fixiert werden. Umfassen Sie nur die Schwanzwurzel und unterstützen Sie das Tier mit der freien Hand.

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