Degu



ANSCHAFFUNG

Es ist soweit: der Käfig steht, man hat sich informiert, man war bei einem erfahrenen Halter Degus live erleben und hat sein Herz an die kleinen Knuffels verloren. Und nun?

Bezugsquellen

Vor der Anschaffung der Tiere sollte man sich gut überlegen, wo sie herkommen. Es gibt viele Bezugsquellen für Degus, jedoch sind nicht alle Quellen gut geeignet und es könnte nach dem Einzug der Tiere zu bösen Überraschungen kommen.

Du hast nun die verschiedenen Bezugsquellen für Degus mit all ihren Vor- und Nachteilen kennengelernt und weißt, dass deine neuen Mitbewohner möglichst aus dem Tierschutz kommen sollten. Aber was tun, wenn es in deiner näheren Umgebung im Moment keine Degus in Tierheimen oder privaten Pflegestellen gibt? Zum einen besteht natürlich die Möglichkeit, abzuwarten, bis sich passende Degus in der Umgebung finden. Möchtest du das nicht oder brauchst du dringend Gesellschaft für bereits vorhandene Degus, kannst du dich nach der Möglichkeit erkundigen, von weiter weg Degus mit einer Mitfahrgelegenheit anreisen lassen. Entsprechende Transportketten können im Deguforum organisiert werden.

Allerdings möchten einige Tierheime und Pflegestellen den neuen Halter zunächst persönlich kennenlernen und die Haltungsbedingungen vor Ort überprüfen. Erkundige dich also vorher, ob eine überregionale Vermittlung der gewünschten Tiere überhaupt möglich ist.

Anschaffungs- / laufende Kosten

In der Anschaffung liegt eine Gruppe von 2 - 4 Degus bei etwa 50€.

Da man die Tiere während der warmen Jahreszeiten mit Wiese und Kräutern von draußen füttern kann und sie auch sonst eher karg ernährt werden sollten, ist der finanzielle Aufwand für Futter nicht allzu hoch. Wenn Futter gekauft wird, sollte dieses aber hochwertig sein. Ein großes Paket getrocknete Kräuter, Blätter, Pflanzen und Blüten liegt bei ebenfalls etwa 50€, reicht jedoch für mehrere Monate.

Teuer wird es eher beim Tierarzt. Eine Standarduntersuchung schlägt meist mit etwa 20€ zu Buche. Sollten umfassendere Behandlungen oder weitergehende Diagnostik wie z. B. Röntgen nötig werden, wird es aber schnell dreistellig. Deswegen sollte man immer eine Art Notgroschen für eventuelle Tierarztbesuche zurücklegen!

Transport

Für Degus eignen sich handelsübliche Transportboxen nur bedingt, da sie ihren Nagetrieb gern am Plastik ausleben, welches ihren Zähnen nur wenig Widerstand bietet.

Um einen Ausbruch der Degus beim Transport zu verhindern, eignen sich mittelgroße Aquarien (mit Gitterdeckel) oder selbst gefertigte Holzboxen, die an möglichen Nagestellen mit Aluminiumprofilen oder Lochband gesichert sind. Eine entsprechende Bauanleitung findest du hier.

Die Box muss im Auto natürlich sicher verstaut werden. Am besten stellst du sie auf den Boden hinter den Fahrer- oder Beifahrersitz und arretierst diesen so weit hinten, dass die Box nicht mehr rutschen kann. So kann sie nicht umfallen und wird auch im Falle eines Unfalls nicht durch das Auto fliegen. Eine Befestigung mit dem Gurt hält hingegen nur schlecht. Im Idealfall hast du einen Mitfahrer dabei, der die Box auf dem Schoß hält.

Die Transportbox sollte mit gebrauchtem Einstreu ausgestattet werden, damit die Degus ihren Geruch erkennen und sich möglichst heimisch fühlen. Zum Verstecken eignen sich ein großer Haufen Heu sowie ein Stück Teppichrolle oder eine Korkröhre ganz hervorragend. Letztere ist auch eine gute Hilfe, um die Degus einzufangen und in die Box zu packen. Für längere Fahrten empfiehlt es sich, den Tieren in der Transportbox ein Stück Gemüse anzubieten, an dem sie ihren Flüssigkeitsbedarf decken können. Bei kühler Witterung kann man ihnen ein gesichertes Körnerkissen als Wärmequelle anbieten. Auf jeden Fall sollten die Degus die Möglichkeit haben, etwas zu fressen und sich an einen geschützten Ort zurückzuziehen.

Von Futter- und Wassernäpfen sowie Häuschen oder anderem Inventar sollte unbedingt abgesehen werden. Hier besteht die Möglichkeit, dass die Sachen umkippen oder plötzlich durch die Gegend fliegen (z.B. wenn man mit dem Auto in die Kurve fährt oder stark bremsen muss) und die Degus verletzen oder sogar töten.

Die Degus sollten während des Transports auf keinen Fall Nässe oder Zugluft ausgesetzt werden. Am besten transportiert man sie im Auto bei laufender Heizung (besonders wichtig im Sommer: Klimaanlage gegen Überhitzung!). Um die kleinen Kerlchen nicht noch zusätzlich zu stressen, sollte während der Fahrt auf zu laute Musik verzichtet werden.

Eingewöhnung

Am Anfang sind die Tiere normalerweise recht zurückhaltend und beobachten erstmal aus sicherer Deckung ihre neue Umgebung. Während der Zeit sollte man sie nicht bedrängen, sondern ganz normal eine Routine aufbauen, die die Degus mit einschließt (Futter, Wasser usw.). Gerade Halter extrem scheuer Tiere, die auf jede Bewegung außerhalb des Käfigs mit lautem Warnschrei reagieren, haben Erfolge damit erzielt, ihren Tieren etwas vorzulesen, um sie so an ihre neuen Mitbewohner zu gewöhnen.

Wie lange die Degus brauchen, um anzukommen, ist von Tier zu Tier verschieden. Auf keinen Fall sollte man sie zu irgendetwas zwingen oder gar fangen, um sie zu "streicheln". Auch Auslauf sollte, solange die Tiere noch nicht futterzahm sind, auf keinen Fall erfolgen, es sei denn, die Degus haben die Möglichkeit, ihn von sich aus aufzusuchen und zu beenden.

Die meisten Deguhalter setzen sich nach einer gewissen Schonzeit für die Tiere einfach vors Gehege, legen ihre Hand hinein und bestechen die neugierigen Nasen mit Leckerlies. So ist schon so manches Eis gebrochen und manch eine tolle Freundschaft entstanden!

Man sollte aber auch respektieren, dass es Degus gibt, die nie Zutrauen fassen. Diesen Tieren lässt man am besten ihre Ruhe, bis sie irgendwann - oder auch nicht! - vielleicht ihren Gruppenkameraden folgen und sich auf den Menschen einlassen.

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