Impfungen für Kaninchen

Der Nagerschutzschutz gibt keine Empfehlung für Pro oder Contra Impfung. Dies muss jeder Kaninchenhalter in Absprache mit dem Tierarzt selber entscheiden.

Der Frühling steht vor der Tür, der Schnee schmilzt, warme Sonnenstrahlen lassen das Gras neu sprießen und die ersten Mücken summen durch die Luft.

Und wie jedes Frühjahr steht man als Kaninchenhalter vor der Entscheidung, seine Tiere impfen zu lassen.

Grundlegend existieren im Moment drei mögliche Impfungen: Myxomatose, RHD und Kaninchenschnupfen.

Myxomatose, auch Kaninchenpest genannt, ist ein Pockenvirus und zeigt sich in Schwellungen und Pusteln an Augen, Ohren bis hin zum Genitalbereich. Die Myxomatose ist eine sehr aggressive, hoch ansteckende Erkrankung und verläuft bei ungeimpften Tieren in den meisten Fällen innerhalb von zwei Wochen tötlich.

Die Übertragung erfolgt oft durch Stechmücken, aber selbst durch Wiesenfütterung kann man Innen- wie Außenhaltungstiere infizieren. Die meisten Impfstoffe müssen nach 5-6 Monaten aufgefrischt werden, seit kurzem existiert jedoch ein neuer Impfstoff, der nur einmal jährlich als Kombination mit einer RHD-Impfung injiziert wird.

Die RHD, rabbit hämorrhagic disease oder Chinaseuche, ist ebenfalls eine kaninchenspezifische Viruserkrankung. Der Virus stört die Blutgerinnung massiv und führt schnell zu Nieren- und Leberversagen mit Krämpfen. Im Regelfall verläuft die RHD tötlich. Auch dieser Virus ist hochgradig ansteckend, neben Stechmücken und Wiesenfütterung kann man den Virus selbst mit Schuhen und Kleidung also ebenfalls auf Innen- und Außenhaltungskaninchen übertragen, da er monatelang bei normalen Umweltbedingungen überlebt.

Zu guter Letzt existiert auch eine Impfung gegen den ansteckenden/ chronischen Kaninchenschnupfen. Der Kaninchenschnupfen ist im Gegensatz zu den anderen Erkrankungen eine bakterielle Infektion. Zu den Auslösern der Seuche zählen diverse Erreger mit unterschiedliche Bakterienstämmen, während die Impfung nur zwei Erreger abdeckt. Kaninchenschnupfen wird vornehmlich per Tröpfcheninfektion von Tier zu Tier übertragen. Bei einer stabilen Gruppe ist das generelle Infektionsrisiko eher gering. Sogar viele Tierärzte gehen von einer 80%igen Durchseuchung der Heimkaninchen aus, auch wenn die Tiere symptomfrei sind. Die Bakterien sind also latent vorhanden. Die Impfung eines solchen Tieres kann die Erkrankung zum Ausbruch bringen bzw. einen schweren Schub auslösen. Von der Impfung gegen Kaninchenschnupfen ist demnach beim Heimkaninchen eher abzuraten. Bereits erkrankte Kaninchen sowie deren Partnertiere sollten auf keinen Fall geimpft werden.

Impfungen sind nicht völlig ohne Risiko. Gerade die Myxomatose als Lebendimpfstoff wird gelegentlich nicht gut vertragen. Manche Tiere sind ein paar Tage müde und schlapp, im Grunde wie

beim Menschen auch möglich. Aber auch stärkere Reaktionen kommen hin und wieder vor, Symptome der Erkrankung treten in abgeschwächter Form auf, die Impfmyxomatose. Wenn Sie eine Verhaltensänderung ihrer Tiere nach einer Impfung bemerken, konsultieren Sie umgehend ihren Tierarzt. An der Einstichstelle kann es einen Spritzenabszess geben, der im Normalfall von allein abheilt. Auch Impfungen bieten keinen absoluten Schutz, manchmal baut der Körper keine ausreichenden Antikörper auf. Impfungen belasten kurzfristig das Immunsystem. Manchmal sind Kaninchen krank, der Halter bemerkt es aber nicht. Eine Impfung kann auch den Ausbruch einer bereits vorhandenen Erkrankung führen.

Impfungen verhindern die Ausbreitung von Seuchen und schützen in der Regel die eigenen Tiere. Moderne Impfstoffe werden in vielen Fällen auch gut vertragen. Damit es keine unerwünschten Nebenwirkungen gibt, lassen Sie ihre Tiere vor jeder Impfung vom Tierarzt gründlich durchchecken. Bei chronischen Schnupfern kann man das Immunsystem vorab beispielsweise mit Zylexis stabilisieren. Bei sehr starken Schnupfern oder anderen schwer kranken Tieren ist von einer Impfung eher abzusehen.

Der Frühling kommt - nutzen Sie die Gelegenheit für einen Komplettcheck ihres Tieres beim Tierarzt, wägen sie Nutzen und Risiken gemeinsam ab und entscheiden im Sinne ihres Kaninchens.

Achtung Tierschutz: Die Antikörper der gängigen RHD-Impfstoffe werden aus den Lebern künstlich infizierter Laborkaninchen entnommen.

Seit 2012 existiert ein neuer, einjährigerKombi-Impfstoff, bei diesem das nicht der Fall ist. Sollten Sie sich für eine Impfung entscheiden, sprechen Sie auch bezüglich der Herstellung mit ihrem Tierarzt und vergessen Sie die vielen Labortiere nicht, die Jahr für Jahr ihr Leben lassen. Danke!

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(c) Text und Bilder von Nagerschutz

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